Taucher, die zum ersten Mal nach Ägypten kommen, sagen meist dasselbe, wenn das Boot den Hafen verlässt: Das Wasser sieht unwirklich aus. Draußen ein tiefes Kobaltblau, über dem Sand Türkis, und so durchsichtig, dass sich eine Riffwand von der Oberfläche aus mit dem Auge bis hinunter ins Blau verfolgen lässt. Dann springen sie hinein und stellen fest, dass es warm ist und dass sie etwas leichter schwimmen als zu Hause. Nichts davon ist Zufall. Klarheit, Salzgehalt und Wärme des Roten Meeres gehen alle auf dieselbe Handvoll Tatsachen aus Geografie, Klima und Geologie zurück. Dieser Guide erklärt jede davon in einfachen Worten, trennt gesicherte Wissenschaft von verbreiteten Mythen und endet mit dem, was all das für die Planung eines Tauchgangs bedeutet.
Das Rote Meer in Zahlen
Die folgenden Werte stammen aus ozeanografischen Studien und sind gerundet. Verschiedene Studien messen an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Jahreszeiten, deshalb werden Spannen angegeben, wo die Quellen voneinander abweichen.
| Messgröße | Rotes Meer | Zum Vergleich |
|---|---|---|
| Salzgehalt an der Oberfläche | Etwa 36 im Süden, steigend auf etwa 40–41 im Norden | Weltweiter Ozeandurchschnitt etwa 35 |
| Verdunstung | Rund 1,75–2,3 m Wasser pro Jahr | Niederschlag über dem Meer nur wenige Zentimeter pro Jahr |
| Einmündende ständige Flüsse | Keine | Die meisten Meere erhalten große Flusszuflüsse |
| Temperatur des Tiefenwassers | Etwa 21–22 °C von wenigen hundert Metern bis zum Grund | Das Tiefenwasser der meisten Ozeane liegt wenige Grad über dem Gefrierpunkt |
| Oberflächentemperatur, ägyptische Küste | Etwa 21–29 °C übers Jahr (im Spätsommer bis rund 30 °C) | Im südlichen Roten Meer noch wärmer |
| Verbindung zum Ozean | Bab el-Mandeb, an der schmalsten Stelle etwa 26 km breit, mit einer Schwelle in nur etwa 140–160 m Tiefe | Offene Ozeane tauschen Wasser in der Tiefe frei aus |
| Typische Sichtweite beim Tauchen | Etwa 20–40 m an vorgelagerten Riffen, oft 30 m und mehr | Geringer in der Nähe von Häfen, an sandigen Ufern und nach starkem Wind |
Warum das Rote Meer so klar ist
Wasser wirkt aus zwei Hauptgründen trüb: durch Partikel, die vom Land eingespült werden, und durch lebende Partikel — Plankton —, die im Wasser selbst wachsen. Im Roten Meer fehlt es an beidem.
Fast nichts wird eingespült
Das Rote Meer liegt in einem langen Graben zwischen den Wüsten Nordostafrikas und der Arabischen Halbinsel. Über dem Meer fallen im Durchschnitt nur wenige Zentimeter Regen pro Jahr, und Küstenorte wie Hurghada verzeichnen in einem typischen Jahr nur wenige Millimeter. Kein einziger ständiger Fluss mündet ins Rote Meer. In den meisten Küstenmeeren der Welt liefern Flüsse enorme Mengen an Schlamm, Schwebstoffen und gelöster organischer Substanz, die das Licht streuen und schlucken. Hier ist diese Zufuhr praktisch abgeschaltet. Gelegentliche Sturzfluten durch die Wüstenwadis und vom Wind verwehter Staub bringen zwar etwas Material hinein, doch verglichen mit einer von Flüssen gespeisten Küste ist der Eintrag winzig.
Nährstoffarmes Wasser hält das Plankton knapp
Der zweite und wichtigere Grund ist biologisch. Das Oberflächenwasser des nördlichen und zentralen Roten Meeres ist oligotroph — sehr arm an Nährstoffen. Untersuchungen im nördlichen Roten Meer haben Nitrat und Phosphat in der lichtdurchfluteten oberen Schicht nur in Spuren gemessen und Chlorophyll, das übliche Maß dafür, wie viel Phytoplankton vorhanden ist, in sehr geringen Konzentrationen; eine Studie im zentralen Roten Meer fand, dass es in der oberen Durchmischungsschicht selten 0,1 Mikrogramm pro Liter überstieg. Ohne Dünger können sich mikroskopisch kleine Algen nicht zu der dichten grünen Suppe vermehren, die gemäßigte Meere trüb macht. Das Ergebnis ist Wasser, durch das Sonnenlicht ungewöhnlich weit dringt, und das ist auch der Grund für das tiefe Blau draußen auf dem Meer: Sauberes Wasser schluckt rotes Licht und streut blaues.
Einen Großteil des Jahres ist die Wassersäule stark geschichtet: Warmes, leichtes Oberflächenwasser liegt auf dichterem Wasser darunter. Diese Schichtung verhindert, dass Nährstoffe nach oben gemischt werden. Wo sich Phytoplankton doch sammelt, konzentriert es sich oft in einem tiefen Band in etwa 60–80 Metern Tiefe, weit unterhalb des Bereichs, in dem Sporttaucher unterwegs sind. Satellitenstudien zeigen, dass Blüten vor allem dort auftreten, wo Strömungen oder Wirbel Nährstoffe an die Oberfläche bringen, und das ist eher die Ausnahme als die Regel.
Darin liegt ein scheinbares Paradox: Wie kann so nährstoffarmes Wasser einige der reichsten Korallenriffe der Erde tragen? Die Antwort lautet, dass Riffe hervorragende Wiederverwerter sind. Riffbildende Korallen beherbergen symbiotische Algen (Zooxanthellen), die aus Sonnenlicht Nahrung herstellen und an die Koralle weitergeben, während Nährstoffe innerhalb der Riffgemeinschaft eng weitergereicht werden, statt frei im Wasser zu treiben. Klares Wasser ist kein Zeichen für ein leeres Meer — es gehört zu dem, was lichthungrige Korallen so gut wachsen lässt. Die berühmtesten Meeresbewohner des Roten Meeres leben genau in diesem Gleichgewicht.
Wie weit kann man sehen? Sichtweite und was sie verringert
Tauchguides und Tauchbasen nennen für das ägyptische Rote Meer meist 20–40 Meter Sichtweite, und an einem guten Tag an einem vorgelagerten Riff sind 30 Meter oder mehr normal. Das ist weit mehr, als die meisten Taucher von zu Hause kennen. Garantiert ist es allerdings nicht überall, und es hilft zu wissen, was die Sicht verringert:
- Häfen und flache Sandufer: Plätze in der Nähe von Marinas oder über feinem Sand sind meist weniger klar als vorgelagerte Riffe, weil Bootsverkehr und Wellengang feine Partikel in Schwebe halten.
- Starker Wind: Das nördliche Rote Meer ist oft windig, und Tage mit starkem Wind wühlen das Flachwasser auf und wirbeln an exponierten Plätzen Sediment hoch.
- Plankton: Gelegentliche, örtlich begrenzte Planktonblüten können die Klarheit verringern. Im Winter durchmischt sich das abkühlende Oberflächenwasser tiefer und bringt etwas mehr Nährstoffe nach oben, was etwas Plankton hinzufügen kann; im Sommer treten mitunter örtliche Blüten auf. Beides ist meist nicht dramatisch.
- Tiefe und Licht: Früh am Morgen, spät am Tag und unter Wolken wirkt die Sicht kürzer, einfach weil es weniger Licht zum Sehen gibt.
Viele Taucher finden, dass Frühling und Herbst die beständigsten Bedingungen bieten. Das Bild Monat für Monat, einschließlich Wassertemperatur und Wind, steht im Guide beste Reisezeit zum Tauchen im Roten Meer. Gut zu wissen: Plankton ist Nahrung, deshalb kann ein etwas weniger klarer Tag auch der Tag sein, an dem Planktonfresser wie Mantarochen und Walhaie auftauchen.
Warum das Rote Meer so salzig ist
Der Salzgehalt ist ein Gleichgewicht zwischen zufließendem und verschwindendem Süßwasser. Das Rote Meer verliert auf beiden Seiten.
Die Verdunstung gewinnt mit riesigem Abstand
Heiße Sonne, trockene Wüstenluft und beständige Winde lassen jedes Jahr schätzungsweise 1,75 bis 2,3 Meter Wasser von der Oberfläche verdunsten. Dem stehen nur wenige Zentimeter Regen gegenüber, und Flüsse tragen gar nichts bei. Die Verdunstung entfernt Wasser, lässt das Salz aber zurück, sodass das Meer ständig konzentrierter wird.
Eine schmale Tür zum Ozean
Die einzige Verbindung zum offenen Ozean ist die Meerenge Bab el-Mandeb am Südende, zwischen dem Jemen auf der einen sowie Dschibuti und Eritrea auf der anderen Seite. Sie ist an der schmalsten Stelle nur etwa 26 Kilometer breit und, was entscheidend ist, flach: Die Schwelle, die den Austausch steuert, liegt je nach Messung nur etwa 140–160 Meter tief. (Im Norden verbindet der Suezkanal mit dem Mittelmeer, führt aber nur sehr wenig Wasser.)
Durch diese Lücke arbeitet das Rote Meer wie eine langsame Pumpe mit zwei Schichten. Weniger salziges Oberflächenwasser aus dem Golf von Aden mit rund 36,5 strömt ein und ersetzt, was verdunstet, während das schwere, salzige Wasser des Roten Meeres — etwa 40,5 — am Grund der Meerenge hinausgleitet und in den Golf von Aden absinkt. Weil das einströmende Wasser auf seinem Weg nach Norden allmählich konzentrierter wird, steigt der Salzgehalt entlang des gesamten Meeres an: etwa 36 nahe Bab el-Mandeb, rund 40–41 vor der ägyptischen Küste und im Golf von Suez. Die Oberflächenschicht wird im Durchschnitt nur alle paar Jahre erneuert, sodass jedes Wasserpaket reichlich Zeit hat, salziger zu werden.
Zur Einordnung: Der Weltozean liegt im Durchschnitt bei etwa 35, und selbst die salzigsten Teile des offenen Atlantiks überschreiten selten etwa 37–38. Das Rote Meer spielt nicht in der Liga des Toten Meeres, eines Binnensees, der rund zehnmal salziger ist als der Ozean, doch unter den Meeren mit Verbindung zum offenen Ozean gehört es weltweit zu den salzigsten.
Warum es das ganze Jahr warm ist, selbst in 2.000 m Tiefe
Die Wärme an der Oberfläche ist leicht zu erklären: Das Rote Meer liegt in den Subtropen unter intensiver Sonne, und in Ägypten liegt das Oberflächenwasser übers Jahr bei etwa 21–29 °C (im Spätsommer bis rund 30 °C), während das südliche Rote Meer noch wärmer ist. Was Ozeanografen überrascht, ist das, was darunter geschieht.
Das wärmste Tiefenwasser der Erde
In fast jedem Ozean ist das Tiefenwasser kalt — wenige Grad über dem Gefrierpunkt —, weil es aus den Polarregionen stammt und am Meeresboden entlangkriecht. Das Rote Meer ist anders. Von wenigen hundert Metern Tiefe bis zum Grund, in seinem zentralen Graben mehr als 2.000 Meter tief, ist es von einer einzigen, nahezu gleichförmigen Wassermasse gefüllt, dem sogenannten Tiefenwasser des Roten Meeres (Red Sea Deep Water), mit etwa 21–22 °C und einem Salzgehalt von etwa 40,5. Forscher beschreiben es als das wärmste Tiefenwasser im gesamten Weltozean.
Der Grund ist dieselbe flache Schwelle bei Bab el-Mandeb. Kaltes Tiefenwasser aus dem Indischen Ozean kann sie schlicht nicht überwinden. Stattdessen bildet das Rote Meer sein eigenes Tiefenwasser: Im äußersten Norden kühlt die Oberfläche im Winter etwas ab, bleibt dabei extrem salzig, wird schwer genug, um abzusinken, und breitet sich am Grund aus. Weil es als warmes subtropisches Oberflächenwasser begonnen hat, bleibt es warm. Neuere Forschung deutet darauf hin, dass dieses Tiefenwasser häufiger erneuert wird als lange angenommen — große Teile wurden in den 1980er- und 1990er-Jahren innerhalb von etwa einem Jahrzehnt ersetzt.
Heiße Solebecken am Meeresboden
Das seltsamste Wasser liegt noch tiefer. Entlang des zentralen Grabens enthalten Senken im Meeresboden in mehr als 2.000 Metern Tiefe Becken mit heißer, extrem salziger Sole, die von hydrothermaler Aktivität gespeist werden. Das bekannteste, das Atlantis-II-Tief, hat eine Bodenschicht von rund 68 °C mit etwa dem siebenfachen Salzgehalt normalen Meerwassers, und es erwärmt sich langsam, seit es in den 1960er-Jahren zum ersten Mal gemessen wurde. Dort taucht natürlich niemand, doch es erinnert eindrucksvoll daran, dass dieses Meer auf einem aktiven Grabenbruch liegt.
Ein junger Ozean im Entstehen
Das Rote Meer ist nicht nur ein Meer; Geologen betrachten es als einen Ozean in den frühesten Stadien seiner Entstehung. Die Arabische Platte entfernt sich von der Afrikanischen (Nubischen) Platte, und das Rote Meer füllt den sich weitenden Spalt zwischen ihnen. Das Auseinanderbrechen des Kontinents begann vor mehr als 20 Millionen Jahren, und im Süden hat sich entlang einer zentralen Spreizungsachse echte ozeanische Kruste gebildet — dieselbe Art, die den Boden des Atlantiks bildet. Die Schätzungen schwanken zwischen den Studien und entlang des Meeres, doch es wird um bis zu etwa 1,5 Zentimeter pro Jahr breiter, im Süden schneller als im Norden.
Diese Jugend erklärt vieles von dem, was Taucher sehen. Die steilen Ränder des Grabens sind der Grund, warum so viele ägyptische Riffe Saumriffe sind, die nahe der Küste als Wände in sehr tiefes Wasser abfallen, warum die Tiefe vor der Küste so schnell zunimmt und warum der tiefe zentrale Graben so nah an den Tauchplätzen liegt. Deshalb kann ein Taucher an einer Riffwand in Hunderte Meter offenes Blau hinabblicken — der Anblick auf dem Eröffnungsfoto dieses Guides, mit Riffhaien, die die Kante abpatrouillieren.
Korallen, die mit Hitze zurechtkommen
Warmes Wasser ist für Korallen meist eine schlechte Nachricht. Bleibt das Meer zu lange zu heiß, stoßen Korallen ihre symbiotischen Algen ab und werden weiß — Korallenbleiche. Die Korallen des nördlichen Roten Meeres haben jedoch eine ungewöhnlich hohe Toleranz gezeigt. Eine Studie von 2013 unter der Leitung des Meeresbiologen Maoz Fine maß bei Korallen aus dem Golf von Akaba eine außergewöhnlich hohe Bleichschwelle und schlug eine Erklärung vor, die mit der Geografie des Meeres zusammenhängt: Korallenlarven, die das nördliche Rote Meer nach der letzten Eiszeit besiedelten, mussten das sehr heiße südliche Rote Meer durchqueren, was hitzetolerante Genotypen ausgelesen haben könnte. Im kühleren Norden leben diese Korallen heute deutlich unterhalb ihrer Grenze.
Das hat das nördliche Rote Meer zu einem Kandidaten für ein „Korallen-Refugium“ gemacht, einen der Orte, an denen gesunde Riffe am wahrscheinlichsten erhalten bleiben, während sich die Ozeane erwärmen. Immun ist es nicht: Marine Hitzewellen haben die Temperaturen in jüngster Zeit länger und höher getrieben, im Flachwasser wurde vereinzelt Korallenbleiche gemeldet, und Verschmutzung sowie mechanische Schäden bleiben Bedrohungen. Die ganze Geschichte steht im Guide zum Korallen-Refugium im Roten Meer.
Warum heißt es Rotes Meer?
Das Wasser ist blau, woher kommt also der Name? Die ehrliche Antwort lautet, dass es niemand mit Sicherheit weiß. Der Name ist uralt: Die Griechen nannten es Erythra Thalassa und die Römer Mare Erythraeum, beides bedeutet „rotes Meer“ (in der Antike umfasste der Begriff auch die Gewässer jenseits davon, in Richtung Arabisches Meer). Die wichtigsten Theorien sind:
- Rote Algenblüten: Die bekannteste Erklärung verweist auf das Cyanobakterium Trichodesmium erythraeum, das an der Oberfläche Blüten bildet, die das Wasser rötlich braun färben können und manchmal „Meeres-Sägemehl“ genannt werden. Das Phänomen ist real und sichtbar. Eine Einschränkung: Der Organismus wurde 1830 nach dem Meer benannt, nicht umgekehrt, sein Name ist also kein Beleg für die Theorie.
- Eine Farbe für eine Himmelsrichtung: Einige Historiker und Sprachwissenschaftler argumentieren, dass mehrere alte asiatische und nahöstliche Traditionen Farben für die Himmelsrichtungen verwendeten, mit Rot für Süden und Schwarz für Norden. Im Türkischen heißt das Rote Meer Kızıldeniz und das Schwarze Meer im Norden Karadeniz, was ins Muster passt, den Ursprung aber nicht beweist.
- Rotes Land und rote Berge: Andere führen den Namen auf die rötlichen Wüstenberge entlang von Teilen der Küste zurück oder auf die altägyptische Vorstellung der Wüste als „rotes Land“.
All das sollte man als Theorien betrachten. Keine ist geklärt, und der Name kann durchaus mehr als eine Wurzel haben.
Was das alles für Taucher bedeutet
Die Wissenschaft lässt sich direkt in praktische Ratschläge übersetzen:
- Mit etwas mehr Auftrieb rechnen. Salzigeres Wasser ist dichter und trägt stärker, daher brauchen viele Taucher etwas mehr Blei als in durchschnittlichem Meerwasser. Der Unterschied ist moderat — keine große Änderung — und hängt von Körperbau, Neoprenanzug und Flasche ab. Ein Bleicheck an der Oberfläche beim ersten Tauchgang ist der verlässliche Weg, es richtig einzustellen; der Guide zu Tarierung und Bleimenge erklärt, wie es geht. Richtig austariert zu sein zählt am meisten am Ende des Tauchgangs, beim Sicherheitsstopp, wenn die Flasche leichter ist.
- Den Anzug nach Jahreszeit planen, nicht nach Tiefe. Da das Tiefenwasser bei etwa 21–22 °C bleibt, stoßen Sporttaucher nicht auf eine kalte Tiefenschicht, auch wenn in der oberen Schicht saisonale Sprungschichten von einigen Grad auftreten können. Über den Anzug entscheidet die Oberflächentemperatur im Jahresverlauf; der Neoprenanzug-Guide fürs Rote Meer gibt Empfehlungen Monat für Monat.
- Die Sicht nutzen, aber die Tiefe im Blick behalten. Klares Wasser lässt die Tiefe geringer wirken, als sie ist, und an einer Wand gerät man leicht unbemerkt tiefer. Behalten Sie Tiefenmesser oder Tauchcomputer im Auge.
- Viel Wasser trinken. Dasselbe trockene, heiße Klima, das das Meer so salzig macht, trocknet Taucher auf dem Boot aus. Zwischen den Tauchgängen gut zu trinken ist eine einfache, vernünftige Gewohnheit.
- Das Riff schützen. Klares Wasser und hitzetolerante Korallen sind eine seltene Kombination. Gute Tarierung, nichts berühren und riffschonende Gewohnheiten sorgen dafür, dass es so bleibt.
Für Einsteiger ist die Klarheit ein Geschenk: Riff, Boot und Guide schon von Weitem zu sehen, macht das Lernen ruhiger. Der Guide zum Open Water Kurs erklärt, was das Tauchenlernen hier umfasst, und der komplette Guide zum Tauchen im Roten Meer liefert das große Bild.
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Tauchgänge im Roten Meer planen →Verwandt: Mehr über die Riffe, die dieses Wasser trägt, erfahren Sie im Guide zum Korallen-Refugium im Roten Meer, die berühmten Bewohner des Meeres zeigen die Big 7 des Roten Meeres, und verbreitete Irrtümer klärt Mythen über das Tauchen im Roten Meer im Faktencheck.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist das Rote Meer so klar?
Das Rote Meer ist vor allem deshalb so klar, weil es kaum etwas gibt, das es trübt. Es liegt in einer der trockensten Regionen der Erde, erhält sehr wenig Regen und wird von keinem ständigen Fluss gespeist, sodass kaum Schlamm oder Schwebstoffe vom Land hineingelangen. Sein Oberflächenwasser ist außerdem sehr nährstoffarm, wodurch Plankton, in den meisten Meeren die Hauptursache für trübes Wasser, knapp bleibt. An vorgelagerten Riffen sind Sichtweiten von 20 bis 40 Metern üblich.
Wie salzig ist das Rote Meer?
Das Rote Meer gehört zu den salzigsten Meeren mit Verbindung zum offenen Ozean. Der Salzgehalt an der Oberfläche steigt von etwa 36 nahe der südlichen Einfahrt bei Bab el-Mandeb auf rund 40 bis 41 im Norden, verglichen mit einem weltweiten Ozeandurchschnitt von etwa 35. Sein Tiefenwasser liegt bei etwa 40,5. Eine Verdunstung von rund zwei Metern Wasser pro Jahr, fast kein Regen oder Flusswasser und eine schmale, flache Verbindung zum Indischen Ozean halten es so salzig.
Warum ist das Rote Meer auch in der Tiefe warm?
Unterhalb von etwa 200 bis 300 Metern ist das Rote Meer von einer einzigen warmen, salzigen Wassermasse mit etwa 21 bis 22 Grad Celsius gefüllt, bis hinunter zum Grund in mehr als 2.000 Metern Tiefe. In den meisten Ozeanen ist das Tiefenwasser nur wenige Grad wärmer als der Gefrierpunkt. Die flache Schwelle bei Bab el-Mandeb hält kaltes Tiefenwasser aus dem Indischen Ozean fern, deshalb bildet sich das Tiefenwasser des Roten Meeres vor Ort aus warmem Oberflächenwasser, das im Winter im Norden absinkt.
Wie warm ist das Wasser im Roten Meer?
Im ägyptischen Roten Meer liegt die Oberflächentemperatur typischerweise zwischen etwa 21 bis 23 Grad Celsius im Februar und März und etwa 28 bis 30 Grad im August. Das südliche Rote Meer ist noch wärmer. Da das Tiefenwasser bei rund 21 bis 22 Grad bleibt, wird das Meer nie so kalt wie die meisten anderen Meere auf derselben Breite.
Warum heißt es Rotes Meer, wenn das Wasser blau ist?
Niemand weiß es mit Sicherheit. Die bekannteste Theorie führt den Namen auf gelegentliche Blüten des Cyanobakteriums Trichodesmium erythraeum zurück, die die Oberfläche rötlich braun färben können. Eine andere viel diskutierte Theorie besagt, dass Rot einst für Süden stand, so wie Schwarz im Namen des Schwarzen Meeres für Norden gestanden haben könnte. Andere verweisen auf die roten Berge entlang der Küste. Der Name reicht mindestens bis zum griechischen Erythra Thalassa zurück.
Braucht man beim Tauchen im Roten Meer mehr Blei?
Oft etwas mehr. Salzigeres Wasser ist dichter und trägt einen Taucher daher stärker als durchschnittliches Meerwasser. Der Unterschied ist klein, meist eine moderate Ergänzung statt einer großen Änderung, und hängt von Körperbau, Neoprenanzug und Flasche ab. Verlässlich ist ein richtiger Bleicheck an der Oberfläche mit fast leerer Flasche beim ersten Tauchgang der Reise.
Wann ist die Sichtweite im Roten Meer am besten?
An den meisten vorgelagerten Riffen ist die Sichtweite das ganze Jahr über gut. Viele Taucher finden, dass Frühling und Herbst die beständigsten Bedingungen bieten, oft 30 Meter oder mehr, während die Durchmischung im Winter etwas mehr Plankton bringen kann und es im Sommer zu örtlichen Blüten kommen kann. In der Nähe von Häfen und sandigen Ufern sowie nach starkem Wind, der das Flachwasser aufwühlt, ist die Sicht meist geringer.
Wird das Rote Meer breiter?
Ja. Das Rote Meer ist ein junger Ozean, der dort entsteht, wo sich die Arabische Platte von Afrika entfernt. Das Auseinanderbrechen des Kontinents begann vor mehr als 20 Millionen Jahren, und das Meer wird noch immer um bis zu etwa 1,5 Zentimeter pro Jahr breiter, im Süden schneller als im Norden. Wissenschaftler beschreiben es oft als frühe Version des Atlantischen Ozeans.